Geschichte

Gründung

Was hat die Firma Apple mit dem Tischtennisclub Young Stars Zürich (YSZ) gemeinsam? Beide residierten am Anfang in einer Garage. Was beim kalifornischen Computer-Unternehmen eine moderne Legende sein mag, stimmt bei YSZ tatsächlich. Der 12-jährige Marco Bachmann und der 13-jährige Robert Bosch trafen sich regelmässig in einer Garage im Stadtkreis Fluntern, um auf einem mittels einer Pavatex-Platte notdürftig improvisierten Tisch ihrem Hobby nachzugehen.

 

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Im Jahre 1949 fanden die beiden Knaben, dass sie zu diesem Zwecke einen eigenen Tischtennisclub gründen wollten und nannten ihn in Anlehnung an ihr jugendliches Alter „TTC Young Stars Zürich“. Man stelle sich die erstaunten Gesichter der Verbandsfunktionäre vor, als im Januar 1952 plötzlich zwei 15-jährige an der ostschweizerischen Delegiertenversammlung auftraten und um Aufnahme ihres Clubs in den Schweizerischen Tischtennis-Verband (STT) ersuchten!

 

1952

 

Stetiges Wachstum

Manch einer wird die Aktivitäten der Jugendlichen belächelt haben; doch der Club, der mit einem bescheidenen Mitgliederbeitrag von 1 Franken (!) begann, konnte ein ständiges Wachstum verzeichnen, was sich auch im häufigen Wechsel des Clublokals niederschlug: Von der Garage in einen Estrich an der Gloriastrasse, von da in einen Saal im Restaurant Neues Klösterli und schliesslich in die (damals als neuzeitlich bezeichnete) Turnhalle Balgrist.

 

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Bereits 1957 durfte sich der Tischtennisclub nach einem erfolgreichen Inserat zur MitgliederInnenwerbung in der Modezeitschrift Annabelle als grössten Verein im OTTV bezeichnen. Auch sportlich ging es aufwärts: Noch im gleichen Jahr gelang den Herren der Aufstieg in die höchste Regionalliga und ab 1959 war YSZ regelmässig auch in der Nationalliga vertreten.

 

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Zum Grossclub

Der leistungsmässige Durchbruch erfolgte in den frühen 60-er Jahren. 1961 gelang dem Fanionteam der Herren der Sprung in die Nationalliga A, 1968 folgten auch die Damen. 1963 übernahm der Verein zum ersten Mal die Organisation eines (bis heute erhaltenen) nationalen Turnieres. Gegen Ende des Jahrzehnts wurde die Nachwuchsförderung noch einmal intensiviert und ausgebaut. Dieser Zeit entstammen auch der erste Cupsieg (1969) und eine Vielzahl von nationalen Einzel- und Mannschafts-Schweizermeister-Titeln in den Nachwuchskategorien.

 

Die Glanzzeit

Diese qualifizierte Nachwuchsarbeit musste zwangsläufig Früchte tragen. 1974 stand mit Thomas Sadecky zum ersten Mal ein Mitglied von Young Stars Zürich ganz zuoberst auf dem Podest bei nationalen Einzelmeisterschaften. Mit ihm, Thomas Busin und Jurek Barcikowski war der Verein jahrelang auf den Gewinn von Schweizermeistertiteln abonniert. Die Herrenmannschaft wurde von 1977 bis 1982 fünfmal en suite Schweizer Meister, dreimal gewann der Club gar das Double. 1978 erreichte YSZ im Europacup der Meister mit einem Sieg über Sporting Lissabon die 3. Runde. Da wollten auch die Damen nicht nachstehen und errangen 1976 ebenfalls den nationalen Titel.

 

1974

 

Dank den grossen Erfolgen und dem gestiegenen Bekanntheitsgrad, insbesondere des siebenfachen Einzelschweizermeisters Thomas Busin, verzeichnete der Club einen grossen Mitgliederzuwachs, so dass über den Bau clubeigener Lokalitäten und die Gründung eines zweiten Clubs diskutiert wurde. Das jährlich von unserem Verein organisierte Eliteturnier konnte dank dem Sponsoring von Coca Cola ab 1979 international ausgeschrieben werden.

 

Zwischenboom

Seit dem Wegzug Busins 1983, der sich als Auslandprofi bei Eintracht Frankfurt engagierte, und dem finanziell bedingten Aderlass weiterer Stammspieler konnte nicht mehr an die Erfolgstradition der Glanzzeit angeknüpft werden. Abstiegssorgen, vor allem von Mannschaften tieferer Ligen, und ein Mitgliederrückgang waren die Folgen.

 

Die vorübergehende Baisse ermutigte den TTC Young Stars Zürich jedoch, wieder vermehrt in die Förderung des eigenen Nachwuchses zu investieren. Zu Beginn der 90er Jahre zeigte das Barometer für den Traditionsclub wieder klar nach oben. Ein vierjähriger Sponsoringvertrag mit der Computerschule Digicomp ermöglichte die Verpflichtung von zwei tschechischen ProfispielerInnen. Eigentlich für den Ligaerhalt engagiert, trugen sie wesentlich zum Gewinn des Schweizermeistertitels bei den Damen und zum Cupsieg bei den Herren bei.

 

Um die Zukunft seiner "Young Stars" zu sichern, gründete der Verein 1992 den Farmclub TTC Zürich und beschritt damit fürs Tischtennis neue Wege. Zu dieser Einstellung passte auch die mehrfache und geschätzte Durchführung eines internationalen Nachwuchs-Turniers. Die Nachwuchsabteilung konnte wieder mit etlichen Erfolgen aufwarten und an den Nachwuchs-Schweizermeisterschaften waren die YSZler regelmässig Medaillensammler. Das blieb auch der Genossenschaft Migros Zürich nicht verborgen, welche die clubeigene Nachwuchsförderung 1993-97 finanziell unterstützte. Das initiative und erfolgreiche Vorstandsgespann zog sich 1997 in die hinteren Reihen zurück und überliess die Geschicke des Vereins jüngeren selbstbewussten Kräften.

 

1999

 

Aktuell

Mit dem Ausbleiben der finanziellen Unterstützung mussten zu Beginn des neuen Jahrtausends die Nachwuchsarbeit und die Spitzenmannschaft konzeptionell auf die veränderte Situation angepasst werden. 2012 resultierte nach 51 (!) Jahren ununterbrochener Ligazugehörigkeit der Abstieg des Herren NLA-Teams als fast logische Konsequenz aus der zunehmenden Professionalisierung der Liga und dem strengen Reglement. Dennoch zählt der TTC Young Stars Zürich immer noch zur nationalen Spitze und ist mit vier Mannschaften in der Nationalliga vertreten. In den unteren Ligen kämpfen sechs Mannschaften um Punkte, ebenso wie weitere Teams beim Nachwuchs, bei den Damen und bei den Senioren.

 

Mit dem Neuaufbau des Nachwuchsbereichs wurde vor wenigen Jahren die Basis für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Unter initiativer Leitung des YSZ-Trainerteams fanden und finden sowohl Nachwuchsspieler als auch Erwachsene zahlreiche Trainingsmöglichkeiten. Auch der Vorstand setzt alles daran, ideale Voraussetzungen für ein angenehmes und inspirierendes Vereinsleben zu schaffen.

 

Mit der Erarbeitung des neuen Nachwuchskonzepts konnte im Jahr 2013 ein Beitrag von Migros Kulturprozent gewonnen werden. Die grosszügige Unterstützung ermöglicht es YSZ, für die kommende Saisons den im Verein aus früheren Jahren wohlbekannten Profi-Trainer Markus Baumann zu engagieren. Das Engagement erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem TTC Rapperswil-Jona und dem TTC Uster, mit denen auch weiterhin zusammengearbeitet  wird. Zudem stiess 2017 zusätzlich der TTC Bremgarten zum Trainerprojekt. Gemeinsam mit Markus Baumann setzt das bewährte Trainerteam immer wieder neue Impulse und verfolgt den eingeschlagenen Weg, der bereits erste Erfolge zeitigt, konsequent weiter.