Pilatus Cup 2018: YSZ regiert weiterhin in Kriens

Letztes Wochenende fand in Kriens der zweitägige Pilatus Cup statt. Wie letztes Jahr, als unser Verein am erfolgreichsten abschnitt, war YSZ an beiden Tagen gut vertreten und die Spieler erzielten erneut sehr gute Ergebnisse.

 

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Foto: http://www.obersee-cup.ch/

 

Am Samstag fand das Teamturnier statt. In der Kategorie 1 (bis 21 Klassierungspunkte) spielten Noë Keusch und YSZ-Nachwuchstrainer Julian Busslinger (Pratteln), während Samir von Däniken mit Nicolai Gmünder (Uster) antrat. In den Gruppenspielen erzielten Julian und Noë mit zwei 3:1-Siegen und einer 1:3-Niederlage den zweiten Rang. Während der (ehemalige) Young Star noch etwas an seiner Leistung zu hadern hatte, knüpfte der elfjährige Noë an seine phänomenale Form vom letzten Monat an und rang zwei besser klassierte Kontrahenten nieder. Besonders beachtenswert war natürlich sein Sieg über den B11-klassierten Jannick Hänni (Burgdorf). Es war Noë’s erster Sieg über einen B-Spieler!

 

Noch besser lief es bei Samir: Der NLC-Spieler, der ebenfalls im März ausserirdische Leistungen auf die Platte gebracht hatte, gewann alle sechs Einzel in der Gruppenphase. Während er gegen Widersacher, die ihn diese Saison schon geschlagen haben, keine Mühe bekundete, lag er gegen Robin Feuz (Affoltern am Albis) und Sascha Meierhans (Burgdorf) jeweils 0:2 in Rücklage. Gegen letzteren war er sogar im dritten Satz scheinbar aussichtslos zurückgelegen, ehe er die wichtige Wende einleitete. Zwar konnte Nicolai nicht sein volles Potenzial ausschöpfen, doch da die zwei im Doppel klasse harmonierten (und eines nach 0:2 0:5 Rücklage gewannen), resultierte der Gruppensieg und der direkte Viertelfinaleinzug.

 

Nachdem Julian und Noë im Achtelfinale ein relativ souveränes 3:1 erzielten, trafen sie nun auf ein Wädenswiler Duo, Gentile/Riesco. Nachdem Julian gegen Gentile im fünften Satz unglücklich den Kürzeren zog, war Noë gegen Riesco gefordert. Glücklicherweise war unser Benjamin dieser Aufgabe mehr als gewachsen und schickte die Begegnung mit einem tollen Sieg ins Entscheidungsdoppel, in dem die Stadtzürcher dann super harmonierten und ein Halbfinale gegen Samir und Nicolai buchten, welche ihrerseits mit 3:1 triumphiert hatten. 

 

Erwartungsgemäss gab es zuerst 3:0-Erfolge für Julian und Samir, wobei Noë zwei Durchgänge in die Verlängerung brachte. Nun kam es zu einem weiteren Duell zwischen Samir und Julian, in dem die Favoritenrolle aufgrund der bisherigen Aufeinandertreffen eher beim B15-klassierten Samir lag als beim A16 eingestuften Julian. Und die Partie verlief relativ erwartungsgemäss. Julian kämpfte stark, doch Samir konnte sich erneut perfekt auf das Abwehrspiel seines Ausbilders einstellen und siegte (wieder einmal) mit 3:0, wie schon vor drei Wochen am Oberseecup, als am Ende dennoch Julian den Finaleinzug bejubeln konnte. Und am Samstag war dies tatsächlich nochmal der Fall: Noë spielte einmal mehr überragend und rang Nicolai nieder. Und in einem spektakulären Doppel wehrten er und Julian zahllose Satzbälle ab um im vierten Durchgang mit 17:15 zu reüssieren.

 

Somit ging es im Endspiel gegen ein Vater-/Sohn-Team (Philip Merz und Stefan Merz, Kriens/Baar). Für die beiden Stadtzürcher waren ihre jeweiligen Finals am Oberseecup nicht nach Wunsch gelaufen (Julians musste wegen dem Brand gebrochen werden, Noë verlor seines im Entscheidungsdoppel). Nach den klaren Siegen im ersten Durchgang konnte Noë Stefan Merz deutlich niederkämpfen, was Julian die Chance gab mit einem Sieg über den ehemaligen Jugendnationalspieler den Titel perfekt zu machen. Die Partie war definitiv nichts für schwache Nerven, doch Merz hatte im Entscheidungssatz das nötige Quäntchen Glück, womit Julian erneut einen fünften Durchgang abgeben musste. Das konnte er aber dennoch gut wegstecken und im Doppel harmonierten Lehrer und Schüler wieder klasse und sicherten sich in ungefährdeten drei Sätzen den Titel. 

 

Eine Serie darunter (höchste Gesamtklassierung 14) waren Guy Schochet und Rainer Schär im Einsatz und die zwei spielten richtig klasse auf. Nach zwei Siegen im Entscheidungsdoppel über stärker einzuschätzende Teams demontierten sie zum Abschluss ein Team aus Dietikon mit 4:0, wobei beide Young Stars den C8 klassierten Tobias Kienast klar besiegten. Im Viertelfinale trafen sie auf ein Team mit folgenden Klassierungen: C7 und D1. Gegen den tiefer klassierten Widersacher, welcher allerdings angesichts seiner bisherigen Leistungen sicherlich drei Klassierungen zu tief eingestuft wurde, reüssierten beide mühelos, während der stärkere Konkurrent zweimal eine extraordinäre Partie im Entscheidungssatz gewinnen konnte. Im Anschluss konnten Rainer und Guy dann das Doppel mühelos gewinnen und zogen ins Halbfinale ein. Doch Guy, der gesundheitlich schon ziemlich angeschlagen ans Turnier kam, musste nun beruflich wieder nach Zürich fahren, also überliessen die YSZ’ler den von ihnen klar bezwungenen Gegnern ihren Platz im Halbfinale. Schade, es wäre für die zwei nämlich sicherlich einiges dringelegen an dem Nachmittag.

 

Am Sonntag fand das Einzel - und Doppelturnier statt. Neben Samir und Julian vertraten am zweiten Turniertag auch die NLB-Stars Dominik Moser und Tobias Klee, sowie Jungspund Nemo Milos unseren Verein. Im Doppel Herren verloren Nemo und Samir gegen die Rapperswiler Nick/Hintz nach drei Sätzen, in denen die Young Stars jeweils Satzbälle vergaben. Dominik und Tobias hatten vor Turnierbeginn ein eindeutiges Ziel: die Titelverteidigung. Souverän marschierten sie auch bis ins Endspiel durch und trafen dort auf die Rapperswiler, welche ihre Vereinskollegen besiegt hatten. In einem legendären Endspiel mit abnormalen Ballwechseln erwies sich Team YSZ aber als nervenstärker und siegte knapp mit 12:10 im vierten Satz, womit der Sieg vom Vorjahr wiederholt wurde.

 

Weiter ging es anschliessend mit dem Herren B, wo Nemo in den Gruppenspielen nach einer knappen Niederlage den zweiten Rang erzielte. Nachdem Samir Leandro Schafer (Burgdorf) mit 11:9 im fünften Satz niederkämpfte und seine Vierergruppe somit auf Platz eins beendete, kam es im Achtelfinale gleich zum vereinsinternen Duell, dem dritten in den letzten vier Wochen. Erneut war die Sache zum Grossteil ausgeglichen, doch Samir sollte erneut das bessere für sich haben und gewann verdient mit 3:1. Von diesem Sieg beflügelt machte er in den nächsten beiden Runden kurzen Prozess mit seinen Kontrahenten und traf im Endspiel auf das junge Neuhauser Talent Lakith Jayanetti. Samir, der seine letzten 20 Einzel allesamt gewonnen hatte, startete gegen einen Gegner, gegen den er bis dato ohne Niederlage war, als leichter Favorit. Das Finale war ein Krimi vom allerfeinsten: die Sätze wurden alle mit Minimalvorsprung entschieden (vier in der Verlängerung). Leider vergab Samir im fünften Satz zwei Matchbälle und verpasste somit vorerst seinen zehnten Titel in dieser Saison. 

 

Im Herren A18 musste Nemo sich in der Gruppenphase beugen, während ein weiterhin grandios spielender Samir erneut Gruppenerster wurde, nachdem er erstmals den früheren Schweizermeister Roland Schmid erstaunlich deutlich niederkämpfte. Währenddessen trafen sich Tobias und Julian, nach je zwei eindeutigen Siegen, im Spiel um den ersten Rang. Bis vor zwei Monaten hatte Tobias die Duelle dominiert (von zahllosen Spielen nur eines verloren), ehe Julian dann auf einmal drei Erfolge am Stück aneinanderreihte. Das fünfte Duell der beiden (ehemaligen) Vereinskollegen in dieser Saison war zweifellos die beste. Die NLB-Spieler von YSZ und Pratteln schenkten sich absolut rein gar nichts und kämpften bis aufs Blut. Am Ende war es jedoch Julian, der mit 11:9 im Entscheidungssatz das glücklichere Ende für sich hatte. Somit standen beide im Achtelfinale, wo auf beidenaber  eine ganz böse Überraschung wartete: Titelverteidiger Dominik hatte erstaunlicherweise gegen einen sehr stark und taktisch äusserst clever agierenden Pino Keller (Wetzikon), der auch in unserem Verein Trainings absolviert, verloren und traf nun im Achtelfinale auf Julian. Es war ihr viertes Aufeinandertreffen diese Saison. Da Dominik in allen Begegnungen seit Julians Wechsel zum Abwehrspieler keinen Satz abgegeben hatte, beschloss dieser mit einem anderen Schläger zu spielen (ohne Noppen). Doch das Resultat war identisch: 3:0 für Dominik, auch wenn Julian, der somit ein weiteres mal seinen beiden Schützlingen chancenlos unterlag, diesmal deutlich besser mithielt. Für Tobias war die Ausgangslage nicht rosiger: er traf auf seinen Angstgegner Rajan Hintz (Rapperswil), gegen den er im Vorjahr das Halbfinale verloren hatte, da dieser ebenfalls bloss den zweiten Gruppenrang erzielte. Tobe kämpfte wacker, doch Hintz wusste sich in drei Sätzen durchzusetzen.

 

Im Viertelfinale traf Dominik nun auf Jayanetti, den er, angesichts des Auftrittes des Schaffhausers an dem Tag, doch überraschend klar niederrang, während Samir, der direkt in dieser Runde einsteigen konnte, gegen Fabian Kull (Wil SG) in den ersten beiden Durchgänge gerade mal fünf Punkte machte. Doch wie wir alle wissen, wäre Samir nicht Samir, wenn er nicht dennoch einen Comeback lancieren könnte. Und genauso entwickelte es sich. Der NLC-Spieler schaltete gleich zehn Gänge höher und stellte das Spiel komplett auf den Kopf, nachdem Kull im vierten Durchgang kurz vor dem Sieg gestanden war.

 

Also kam es zu einem vereinsinternen Halbfinale zwischen den zwei Young Stars, die sich seit über zehn Jahren kennen. Obwohl Samir sich in der Form seines Lebens befindet, lag die Favoritenrolle bei Dominik, welcher von den bisherigen sechs Duellen fünf für sich entschieden hatte. Wie erwartet lieferten die beiden YSZ-Eigengewächse Ballwechsel der Extraklasse. Samir forderte seinen Kollegen über weite Strecken, doch Dominik spielte in entscheidenden Phasen besser und gewann schliesslich souverän mit 3:1. Parallel dazu entschied Hintz, welcher ab und zu dienstags mit YSZ trainiert, das andere vereinsinterne Halbfinal gegen Filippo Nick im fünften Satz für sich, womit es tatsächlich zur Neuauflage des letztjährigen Finals kam, was nach dem Ausgang der Gruppenspiele zu urteilen doch eher überraschte. Und da am Sonntag irgendwie alles ähnlich dem Turnier von 2017 ablief, konnte Dominik gegen einen Gegner, der ihn sehr selten in Bedrängnis bringt, erneut souverän reüssieren (diesmal in vier Sätzen) und wiederholte seinen Double-Sieg vom Vorjahr. “Es hat mir sehr viel Spass gemacht die Matches zu spielen, obwohl das A18 gegen Pino, der auch wirklich sehr gut spielte, ja eher schlecht los ging. Ich konnte danach immer besser ins Spiel finden und bin auch froh beide Titeln vom Vorjahr erfolgreich verteidigt zu haben.", meinte Dominik, der sein letztes Turnier vor seinem Transfer zu Rio-Star Muttenz nächste Saison absolvierte, nach dem Endspiel.

 

Im U18 sollte es dann für Nemo nicht nach Wunsch laufen, sodass er nach Niederlagen gegen Angstgegner Aarkash George (Gruppenphase) und Jayanetti (Halbfinale) mit Platz drei begnügen musste. 

 

Herzliche Gratulation an die Young Stars zu all den Podestplätzen an diesem Wochenende! Der Pilatus Cup 2018 verlief auch in einer weiteren Hinsicht identisch zur Austragung in 2017: aufgrund der durch eine abnormale Show erzielten drei Titel war YSZ wieder der erfolgreichste Verein!

 

 

Resultatübesicht

 

Samstag

1. Rang Kategorie 1: Julian Busslinger (Pratteln) und Noë Keusch

3. Rang Kategorie 1: Samir von Däniken und Nicolai Gmünder (Uster)

5. Rang Kategorie 2: Guy Schochet und Rainer Schär

 

Sonntag

1. Rang Einzel Herren A18: Dominik Moser

3. Rang Einzel Herren A18: Samir von Däniken

2. Rang Einzel Herren B: Samir von Däniken

3. Rang U18: Nemo Milos

1. Rang Doppel Herren: Dominik Moser und Tobias Klee

5. Rang Doppel Herren: Samir von Däniken und Nemo Milos